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KONGRESS 2017

Welche Perspektiven ergeben sich für das Forderungsmanagement vor dem Hintergrund weiterer Regulierungen und einer rasant voranschreitenden Digitalisierung? Antworten lieferte Anfang April der sehr erfolgreiche BDIU KONGRESS in München.

Zu seinem Branchenkongress vom 6. bis 7. April 2017 in München begrüßte der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen über 500 Teilnehmer und Gäste. Am Donnerstagvormittag nahm zunächst das höchste Verbandsgremium – die BDIU-Mitgliederversammlung – wichtige Weichenstellungen vor. Einige Satzungsänderungen wurden auf den Weg gebracht und die Beitragsordnung modernisiert. Sämtliche Entscheidungen wurden fast einstimmig getroffen. Erstmals konnten die Mitglieder selbst entscheiden, welche Stadt – Berlin, Hamburg oder Leipzig – Austragungsort des übernächsten Kongresses sein wird. Nach einer durchaus kontroversen Diskussionen fiel die Wahl der Verbandsmitglieder schließlich auf Berlin.

Am Donnerstagnachmittag diskutierte BDIU-Präsidentin Kirsten Pedd gemeinsam mit Tatjana Halm, Leiterin Markt und Recht der Verbraucherzentrale Bayern, und Dr. Dirk Ulbricht, Direktor des instituts für finanzdienstleistungen e.V. (iff), über die Evaluierung des Gesetzes gegen unseriöse Geschäftspraktiken.

Kirsten Pedd stellte klar, dass der BDIU und seine Mitgliedsunternehmen dazu bereit sind, das mit der Evaluierung beauftragte iff dabei zu unterstützen, verwahrte sich aber gegen eine Vorverurteilung ihrer Branche. „Inkassounternehmen nehmen ihre Verantwortung für die Interessen ihrer über eine halbe Million Auftraggeber aus allen Bereichen der Wirtschaft sehr ernst“, so Pedd.

Während Dr. Dirk Ulbricht und Tatjana Halm die Arbeit von Inkassounternehmen grundsätzlich für erforderlich halten, äußerten sie im Detail allerdings deutliche Kritik. Dagegen bestand Einigkeit, dass gerade überschuldete Verbraucher Hilfestellungen benötigen, um wieder am wirtschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Am Freitag diskutierte der bayerische Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback auf dem BDIU KONGRESS über die Einführung des elektronischen  Rechtsverkehrs. „Die Digitalisierung ist für Bayern das Thema der nächsten Jahre, nicht nur im  Bereich der Justiz“, so der Minister. Dabei gehe Sorgfalt allerdings vor Schnelligkeit.

Bausback kündigte an, dass der elektronische Rechtsverkehr in Bayern noch im Jahr 2017 flächendeckend eingeführt werde. Dabei sei jedes Gericht autonom in seiner Entscheidung, E-Justice bereits vollumfänglich oder in einzelnen Schritten einzuführen. 

Aktuell würden elektronische Akten an Gerichten in Landshut und Regensburg pilotiert. 

Der Präsident des Landgerichts Landshut, Heinz-Peter Mair, berichtete, dass der elektronische Rechtsverkehr einige Effizienzvorteile bringe. Bereits jetzt spare die Justiz durch den digitalen Versand von Unterlagen viel Geld ein. 

Detlef Wasser, Referatsleiter Zwangsvollstreckung im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), begrüßte die Vorreiterrolle, die Bayern bei der Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs einnehme. E-Justice sei ein über mehrere Jahre andauerndes Großprojekt, eine Gemeinschaftsanstrengung von Bund und Ländern.

Digitalisierung im Forderungsmanagement und Datenschutzthemen standen in weiteren Workshops im Fokus des Interesses.