inkasso.de verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

JHV 2012

Topentscheider des deutschen Forderungsmanagements diskutierten im April 2012 mit Gästen von Bundestag und Bundesregierung sowie Spitzenvertretern der deutschen Wirtschaft in der Bundeshauptstadt über aktuelle inkassorelevante Themen.

Rekord in Berlin: Zum ersten Mal kamen 2012 über 500 Teilnehmer und Gäste zur traditionellen Jahreshauptversammlung des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen an die Spree. Ein Schwerpunkt des Branchenkongresses, dessen Medienpartner die WELT-Gruppe war: die Reglementierungspläne der Politik für das Forderungsmanagement. Dabei wurde klar: Nicht zuletzt die Auftraggeber der Inkassounternehmen sehen diese Pläne kritisch, weil sie befürchten, weniger berechtigte Forderungen durch die Beauftragung von Inkassodienstleistern realisieren zu können.

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), äußerte in einer Podiumsdiskussion zu Beginn des Kongresses am 19. April 2012 die Befürchtung, dass der Handel durch die geplanten erweiterten Informations- und Darlegungspflichten erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen müsse. Dabei sei der Handel auf die Zusammenarbeit mit Inkassounternehmen zwingend angewiesen. Der HDE ist die Spitzenorganisation des deutschen Einzelhandels und Vertreter der drittgrößten Wirtschaftsbranche nach Industrie und Handwerk. Jeder zwölfte Beschäftigte in Deutschland arbeitet in einem der HDE-Mitgliedsunternehmen.

Neue Zahlen: Inkasso-Branchenstudie
Neben dem Handel gehören das Handwerk und das Gesundheitswesen zu den wichtigsten Auftraggebern der Inkassowirtschaft. Dies sind erste Ergebnisse einer umfassenden Branchenstudie zum Inkassomarkt in Deutschland, die der BDIU im Frühjahr 2012 durchführte, und die den Teilnehmern der Jahreshauptversammlung am Donnerstag vorgestellt wurden. Die Studie, die die Hamburger Unternehmensberatung Bülow & Consorten realisiert, wird valide Informationen zum Umfang des von Inkassounternehmen betreuten Marktvolumens liefern. Ein erstes Ergebnis: Inkassounternehmen entlasten die Justiz in einem erheblichen Ausmaß durch vorgerichtliche Forderungsbereinigungen. Die durchschnittliche Forderungshöhe, die im Forderungsmanagement bearbeitet wird, liegt bei deutlich über 600 Euro.

Österreichs Botschafter lädt ein
Ein Höhepunkt der Veranstaltung war der BDIU-Frühlingsempfang am Abend des 19. April in den Räumen der Botschaft der Republik Österreich, zu der Seine Exzellenz, Dr. Ralph Scheide, die Teilnehmer und Gäste des deutschen Inkassoverbandes eingeladen hatte. Der Botschafter hob bei dieser Gelegenheit die große Bedeutung der Branche für die Wirtschaft in Deutschland und Österreich hervor. Walter Koch, Präsident des Inkassoverbandes Österreich (IVÖ), bedankte sich in einem Grußwort an die Gäste des BDIU für die traditionell guten Beziehungen der Inkassowirtschaft beider Länder. Dem schloss sich BDIU-Präsident Wolfgang Spitz in seinem Grußwort an und bedankte sich insbesondere bei der Telekom Deutschland und Ferber-Software, die durch ihre Unterstützung den Botschaftsempfang ermöglicht hatten.

Am Freitag, 20. April, standen zahlreiche Praxis-Workshops im Fokus der Veranstaltung. Die Teilnehmer informierten sich insbesondere zu den Veränderungen, die durch die Reform der Sachaufklärung auf Inkassounternehmen zukommen werden. „Inkassounternehmen müssen unter Umständen ihren ganzen Arbeitsablauf umstellen, wenn sie selbst Zwangsvollstreckungsmaßnahmen durchführen", fasst Andrea Schweer, Vorsitzende des BDIU-Rechtsausschusses, zusammen.

Spitz und Pedd bestätigt
Auf der Mitgliederversammlung am Samstag standen wichtige Entscheidungen für den Verband an: BDIU-Präsident Wolfgang Spitz wurde dabei einstimmig für weitere vier Jahre in seinem Amt bestätigt. Ebenfalls in ihrem Amt bestätigt wurde das Präsidiumsmitglied Kirsten Pedd, Syndika der EOS Gruppe Deutschland. Neu in das Spitzengremium der deutschen Inkassowirtschaft berief die Mitgliederversammlung Axel Kulick, Geschäftsführer der Heidelberger ALTOR-Gruppe. Pedd und Kulick erzielten bei ihren Wahlen ebenfalls einstimmige Ergebnisse.

Neben einigen Satzungsänderungen verabschiedete die Mitgliederversammlung den Haushalt des BDIU für das neue Geschäftsjahr, der unter anderem Maßnahmen zur weiteren Professionalisierung der Verbandsarbeit und einer noch intensiveren politischen Kommunikation enthält.