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Schneller vollstrecken per Formular

Berlin, im Oktober 2015 – Um die Vollstreckung von Geldforderungen zu erleichtern und zu standardisieren, kommt bald ein bundesweit einheitliches Formular. Damit lassen sich Aufträge einfacher an Gerichtsvollzieher erteilen.

Voraussichtlich Anfang November ist es so weit. Gerichtsvollzieher und die damit befassten Gerichte sollen dann Zwangsvollstreckungsaufträge effizienter und – so die Erwartung – schneller bearbeiten können.

„Ein solches Formular muss natürlich auch in der Praxis gut anwendbar sein“, sagt Bettina Vonhöne, Vorsitzende des Ausschusses für Gerichtsvollzieherwesen beim Inkassoverband. Die – teilweise mehrfach tägliche – Beauftragung von Gerichtsvollziehern in ganz Deutschland gehört nämlich zu den Routinen und Kernaufgaben der 560 Inkassodienstleister des BDIU. Vonhöne verweist auf Praxiserfahrungen mit ähnlichen Formularen. Schon seit gut zwei Jahren müssen Gläubiger für den Erlass eines Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses (PfÜb) ein verbindliches Formular verwenden, das sich für den elektronischen Einsatz allerdings nicht eignet.

Elektronischer Einsatz wird kommen
Daher hatte der BDIU jetzt darauf gedrängt, dass das neue Zwangsvollstreckungsformular gleich bei seiner Einführung so gestaltet ist, dass es sich problemlos – zu einem späteren Zeitpunkt – auch elektronisch verwenden lässt. Offenbar konnten diese Argumente überzeugen: Die neue Gerichtsvollzieherformular-Verordnung, die – wie der Name schon sagt – den Einsatz der neuen Formulare regelt, sieht vor, dass die Bundesländer entsprechende Möglichkeiten schaffen sollen.

Bettina Vonhöne begrüßt das: „Für die meisten Inkassounternehmen wird die elektronische Übertragung eine enorme Erleichterung im Vergleich zu den Papierformaten bringen. Auch die Gerichtsvollzieher werden davon profitieren. Insgesamt bewerte ich diese Neuregelungen als wichtige Schritte hin zu einer effizienten und modernen Verwaltung.“

Für Gläubiger einzelner Forderungen wird auch in Zukunft die Möglichkeit bestehen, einen Auftrag ausgedruckt einzureichen. Erstanwender könnten allerdings Probleme bekommen. Das Formular umfasst elf Seiten und enthält viele Felder, die ausgefüllt werden müssen. Es dürfte also auch weiterhin Sinn machen, sich dabei vertrauensvoll an einen Profi im Forderungsmanagement zu wenden.

Der Fachbeitrag erschien im Oktober 2015 in unserem Magazin „Die Inkassowirtschaft“.