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16 neue Inkasso-Kaufleute in Hamburg!

16 neue Inkasso-Kaufleute in Hamburg!

Das Büffeln hat sich gelohnt: In Hamburg freuen sich 16 neue Kaufleute für Büromanagement über die bestandene Ausbildung. Es handelt sich um besondere Absolventen, die ihren Mit-Azubis um eine Zusatzqualifikation voraus sind.

Inkasso bietet tolle Karrierechancen. Die Branche braucht gut qualifizierte Kaufleute. In Hamburg gibt es dafür sogar einen Ausbildungsgang. Manche erfolgreiche Inkasso-Laufbahn hat hier schon begonnen. 

Lernen lässt sich das an der Kaufmännischen Berufsschule Hamburg-Harburg. Fünf Stunden pro Woche machen den Unterschied: Im Fach „Forderungsmanagement“ erfahren die Azubis die Basiskenntnisse in den relevanten Rechtsfragen, mit denen sie im Inkasso beschäftigt sind. Dazu gehört auch der sinnvolle Umgang mit Schuldnern, zum Beispiel beim Gespräch am Telefon.

Drei Jahre lang kann man diese Zusatzausbildung in Harburg nutzen. Am Ende halten die Azubis eine Bescheinigung über ihre Qualifikation im Forderungsmanagement in ihren Händen. Die Basis dafür ist eine eigenständige Handelskammer-Prüfung. Der BDIU und seine norddeutschen Mitgliedsunternehmen unterstützen diese Ausbildung schon seit vielen Jahren.

Auch für das Abschlussjahr 2018 hatten wieder mehrere Hamburger Inkassounternehmen ihre Auszubildenden an die Berufsschule geschickt.

Am 28. Juni war die Zeugnisübergabe an 100 neue Kaufleute für Büromanagement – 16 davon mit der zusätzlichen Ausbildung, die sie für das Forderungsmanagement qualifiziert.

 

Für den BDIU war Pressesprecher Marco Weber vor Ort. Bei der Feier gratulierte er den Absolventen im Namen des Verbands.

Lesen Sie hier die Rede an die frischgebackenen Inkasso-Kaufleute:

 

»Liebe Frau Schuleit, lieber Herr Konow, liebe Absolventen,

heute ist ein besonderer Tag für Sie. Im Namen des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen sage ich Ihnen: Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung!

Alle arbeiten Sie in tollen Branchen: Energieversorger und Umweltdienstleister, Mode und Einzelhandel, Transport und Nahverkehr – wichtige Stützen der deutschen Wirtschaft.

Und da gibt es noch eine andere Stütze, die man nicht so gut kennt, die aber auch heute hier vertreten ist. Das Forderungsmanagement.

Ich freue mich sehr, dass 16 Kaufleute für Büromanagement mit Zusatzqualifikation Forderungsmanagement die Prüfung geschafft haben. Junge Kolleginnen und Kollegen von Mitgliedsunternehmen unseres Verbands hier in der schönen Freien und Hansestadt Hamburg.

Forderungsmanagement – was ist das überhaupt?

Soll man das wörtlich erklären? Da fordert jemand etwas, will also eine Sache von einem anderen haben – und das Ganze, dieser Prozess … muss organisiert, gemanagt werden.

Aha. Ich glaube, wenn man das so erklärt, sieht man beim Gegenüber immer noch große Fragezeichen in den Augen.

Vielleicht wäre es besser, wenn aus den Fragezeichen Paragraphenzeichen würden. Denn der rechtliche, der juristische Begriff macht es viel klarer: Forderungsmanagement ist … im weitesten Sinne … Inkasso.

Von Inkasso wiederum haben die meisten Menschen eine ziemlich scharf umrissene Vorstellung.

Da entstehen sofort Bilder im Kopf.

In Hamburg kennt man „Inkasso-Henry“.

Das bekannteste Inkasso-Unternehmen kommt aus Moskau.

Natürlich sprechen wir alle Russisch.

Und wenn man Krimis einschaltet oder Dokus im TV guckt, dann sind das immer ziemlich zwielichtige Typen eher rustikaler Natur, die mit Inkasso assoziiert werden.

Wenn ich mir die neuen Inkasso-Kaufleute hier anschaue, glaube ich, müssen Sie wohl noch ein wenig an sich arbeiten, um diesem Bild zu entsprechen.

Warum gibt es eigentlich dieses völlig schräge Bild von unserer Branche, dem Forderungsmanagement?

Ich glaube, es liegt daran, dass viel zu wenig über Inkasso geredet wird. Und dass mancher, der in der Inkassowirtschaft arbeitet, lieber nicht auf seinen Beruf angesprochen werden will.

Dabei muss man sich für unsere Brache nun wirklich nicht verstecken.

Man muss sich nur mal vorstellen, was passieren würde, wenn es Inkasso nicht gäbe.

Dann, so viel Fantasie braucht man für diese Prognose gar nicht einmal, würde es teuer. Zum Beispiel für die Kunden des betroffenen Gläubigers. Sie müssten für Produkte der Firma tiefer in die Tasche greifen – denn an irgendeiner Stelle muss der Gläubiger das fehlende Geld ja wieder reinholen. In der Regel wird er das dadurch tun, indem er die Preise erhöht – das heißt, der Kunde, der seine Rechnungen pünktlich bezahlt … der sich im Rahmen der Regeln verhält …, müsste über seinen Geldbeutel den Fehler eines anderen ausbügeln.

Ziemlich unfair, finde ich.

Kommt das Geld gar nicht rein, fallen Forderungen also aus, muss die Firma an weiteren Stellen sparen.

Dann fehlt vielleicht Geld für Gehälter. Kündigungen müssen erfolgen, Jobs gehen verloren. Im schlimmsten Fall steht die Firma vor der Pleite.

Inkasso kann das verhindern, und das ist eine unverzichtbare Tätigkeit für die Wirtschaft und auch für die Verbraucher!

Dabei geht es um viel Geld. Rund 5 bis 10 Milliarden Euro pro Jahr. So hoch ist die Summe, die Inkassodienstleister Gläubigern an unbezahlten Rechnungen wieder zurückführen. Geld, das sonst für den Wirtschaftskreislauf verloren wäre.

Beim Forderungsmanagement geht es um Fairness – um Recht und Gerechtigkeit.

Das steht ja auch so in den Lerninhalten für den schulischen Teil Ihrer Ausbildung.  

Sie benötigen Kenntnisse in den relevanten Rechtsbereichen, kaufmännischen Sachverstand … und noch etwas anderes, das man nicht so einfach lernen kann, für das man ein Gespür oder auch ein Talent braucht: Einfühlungsvermögen. Menschenkenntnis. Zugewandtheit.

Denn nur wenn man sich mit beiden Seiten verständigt – Gläubiger und Schuldner – und faire Lösungen für sie findet, hat man im Forderungsmanagement nachhaltigen Erfolg.

Mancher von Ihnen, der sich heute über den bestandenen Abschluss freut, denkt sich wahrscheinlich: Jetzt hab ich endlich mal genug gelernt. Ab heute geht es ans Arbeiten und ans Leben.

Anderen hat das Büffeln und Auswendiglernen vielleicht sogar Spaß gemacht.

Sie kann ich beruhigen: Das geht so weiter!

Inkasso ist lebenslanges Lernen.

Es wird neue Gesetze geben, digitale Geschäftsmodelle verändern die Wirtschaft derzeit rasant – Blockchaintechnologie und künstliche Intelligenz werden auch das Forderungsmanagement neu formen.

Sie müssen lernen, um am Ball zu bleiben.

Ihre Arbeitgeber unterstützen Sie dabei.

Beim BDIU haben wir die Inkassoakademie und – ganz neu – einen Bildungsbeirat, die sich um diese Themen kümmern. Übrigens mit großer Unterstützung auch der Hamburger Unternehmen. Tanja Bylda von Real Solution ist Co-Vorsitzende des Beirats: Herzlichen Dank für Ihr Engagement!

Meine Damen und Herren,

Inkasso heißt Verantwortung – das ist der Satz, auf den sich der BDIU, unsere über 550 Mitgliedsunternehmen mit rund 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verständigt haben.

Ich finde, Sie haben sich für einen tollen Job entschieden, und Sie können und dürfen mit Selbstbewusstsein auch anderen davon erzählen!