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Identitätsdiebstahl: Das rät die Polizei betroffenen Verbrauchern

Identitätsdiebstahl: Das rät die Polizei betroffenen Verbrauchern

Ein Interview mit Olaf Borries, Kriminalhauptkommissar beim Berliner Landeskriminalamt.

Wie merkt ein Verbraucher, dass er Opfer von Identitätsdiebstahl und Bestellbetrug geworden ist?

OLAF BORRIES: Oftmals stellt der Betroffene unautorisierte Kontoabbuchungen fest, mit denen Warenbestellungen beglichen wurden, die von ihm gar nicht getätigt wurden. Manchmal wird der Betroffene auch erst durch an ihn adressierte Mahn- beziehungsweise Inkassoschreiben auf die Betrugstat aufmerksam.

Ebenso kommt es vor, dass Täter betrügerische Warenlieferungen an die tatsächliche Wohnanschrift des Betroffenen auslösen, in der Hoffnung, der Adressat ist bei Lieferung nicht zu Hause. Sie versuchen dann, die Warensendung bei einem Ersatzempfänger (in der Regel ein gutgläubiger Nachbar) unter Vortäuschen einer Legende in Empfang zu nehmen. Geht dieses Kalkül nicht auf und der Betroffene ist bei Lieferung doch zu Hause, wundert er sich natürlich über den Erhalt einer von ihm nicht bestellten Ware. Verfolgt er die Angelegenheit zurück, meist durch Nachfrage bei dem Warenversender, stellt sich in der Regel heraus, dass zu seinen Lasten ein (versuchter) Bestellbetrug eingefädelt worden ist.

Wie hilft die Polizei, Bestellbetrug aufzuklären? Wie unterstützt sie die geschädigten Verbraucher?

BORRIES: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachdezernate der Betrugsabteilung im Landeskriminalamt Berlin (LKA 2) sind umfangreich sowohl präventiv als auch repressiv tätig. Sie gehen auch in die Öffentlichkeit, geben in Radio, TV und im Netz Präventionshinweise und machen auf Informationsquellen aufmerksam – zum Beispiel im Netz, was die Annahme von Paketen an der Haustür angeht:

https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/praevention/betrug/artikel.112402....

Unternehmen werden beraten, ihre Bestellannahme- und Versandabläufe derart zu optimieren, dass betrugsverdächtige Bestellungen möglichst zuverlässig und rechtzeitig erkannt und betreffende Warenauslieferungen zurückgehalten werden.

In Anbetracht der Ausprägung des Bestellbetruges mittlerweile als Massendelikt bei gleichzeitig limitierten Personalressourcen ist die jeweilige Ermittlungstiefe im Einzelfall zwangsläufig an der Qualität der Taten und den Erfolgsaussichten auf Täterermittlung auszurichten. Taten ohne erkennbare »Anpacker« müssen folglich aufwandsarm bearbeitet werden. Für intensiv beziehungsweise schadensträchtig handelnde Täter konnten allerdings nach aufwendiger Ermittlungsarbeit im Zusammenwirken mit der Justiz auch schon mehrjährige Freiheitsstrafen erzielt werden.

 

Dieses Interview ist erschienen in Ausgabe 27 des BDIU-Magazins »Inkassowirtschaft«.