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Kirsten Pedd: »Inkasso wahrt die Interessen von Gläubigern und Schuldnern gleichermaßen«

Kirsten Pedd: »Inkasso wahrt die Interessen von Gläubigern und Schuldnern gleichermaßen«

Aus Anlass der Internationalen Finanzdienstleistungskonferenz, die das iff Hamburg gestern und heute in der Hansestadt durchführt, erklärt BDIU-Präsidentin Kirsten Pedd die Bedeutung der Arbeit von Inkassounternehmen. 

Inkasso ist eine Rechtsdienstleistung, die nicht nur der Wirtschaft, sondern auch Verbrauchern einen ganz erheblichen Nutzen einbringt. Diese Aussage mag aus Sicht von Verbrauchern auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich sein, werden sie mit Inkasso doch meistens erst dann konfrontiert, wenn sie mit dem Bezahlen einer Rechnung ins Hintertreffen geraten sind und nun neben der Hauptforderung des Gläubigers auch noch den durch die Beauftragung des Rechtsdienstleisters angefallenen Verzugsschaden erstatten sollen.

Betrachtet man es aus dieser Perspektive, dann nützen Inkassodienstleistungen zunächst den Gläubigern. Das sind immerhin mehr als eine halbe Million Firmen in ganz Deutschland aus allen Wirtschaftszweigen, die ihrerseits gut sechs Millionen Menschen beschäftigen. Deren Arbeitsplätze werden durch Inkasso gesichert. Forderungsverluste sind eine der Hauptursachen, für Unternehmenspleiten. Inkasso hilft, dass aus Forderungsverlusten keine Jobverluste werden.

Verbraucher profitieren aber auch finanziell, wenn Inkassounternehmen Forderungsverluste verhindern – denn täten sie das nicht, wären die betroffenen Firmen dazu gezwungen, den sonst entstehenden Fehlbetrag auf anderen Wegen zu kompensieren. In aller Regel geschieht das über den Preis. Das heißt, der Kunde, der sich regulär verhält und seine Rechnungen pünktlich begleicht, müsste über steigende Kosten für Waren und Dienstleistungen die Ausfälle auffangen, die durch Nichtzahler verursacht werden. Inkasso trägt zur Preisstabilität für alle Verbraucher bei.

Ich finde, man kann diese Tatsache nicht oft genug betonen: Inkassounternehmen wahren die Interessen von Gläubigern UND Verbrauchern gleichermaßen. Dazu gehört auch, dass sie Verbraucher, die in Zahlungsverzug sind – oder sagen wir es juristisch: Schuldnerinnen und Schuldner – fair behandeln. Es gilt: Der Schuldner von heute ist der gute Kunde von morgen. Auch unsere Auftraggeber legen daher größten Wert darauf, dass wir als Inkassodienstleister den Forderungseinzug so durchführen, dass die Schuldnerin oder der Schuldner nach Bereinigung der Angelegenheit wieder ein gutes Kundenverhältnis zu dem jeweiligen Unternehmen aufnehmen kann.

Mitgliedsunternehmen des BDIU haben sich zudem auf eine redliche, gewissenhafte und ordnungsgemäße Berufsausübung verpflichtet. Das ist ein Markenkern unseres Verbandes. Die Interessen der Verbraucher zu wahren ist ein hohes Gut. Und es ist ein Anspruch, den wir als Branche an uns selbst haben. Der BDIU wird daher die bereits seit Jahrzehnten fest in der Satzung verankerten berufsrechtlichen Richtlinien für Inkassounternehmen novellieren und im Sinne des Verbraucherschutzes ausbauen. Schon seit letztem Jahr arbeiten wir intensiv an einem erweiterten Code of Conduct für das Forderungsmanagement. Dieser Code entsteht im Dialog zwischen Inkassowirtschaft, Verbraucherschutz, Schuldnerberatung, Politik und Wirtschaft. Ziel ist eine weitere Qualitätssicherung der Rechtsdienstleistung Inkasso.

Die Tätigkeit der Inkassounternehmen ist wichtig für die Volkswirtschaft. Der BDIU als Interessenvertretung und Sprachrohr der Branche stellt sich dem Dialog, um diese Rechtsdienstleistung im Sinne aller Betroffenen weiterzuentwickeln und anhand klarer Qualitätsmaßstäbe abzusichern.

In diesem Sinne freue ich mich auf den Austausch bei der Konferenz des iff am 21. und 22. Juni in Hamburg.