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Inkasso: Wie hoch sind die Kosten wirklich?

Inkasso: Wie hoch sind die Kosten wirklich?

Dass Inkasso notwendig ist, weiß jeder. Wie schön wäre die Welt (jetzt mal aus Unternehmersicht betrachtet), wenn jede Rechnung möglichst sofort und vollständig bezahlt würde? Zu schön, um wahr zu sein.

Die Realität lautet ja so: Nicht für jede Leistung fließt Geld (je nach Branche und je nach Forderungsart gibt’s bei fast jeder zehnten Rechnung Probleme). Firmen müssen auf ihren Lohn warten – und haben gleichzeitig laufende Kosten. Je länger der Ausgleich für eine fällige Forderung ausbleibt, umso teurer für den Gläubiger.

Inkasso ist für Firmen mit offenen Rechnungen oft so etwas wie die letzte Rettung.

Dass das Einziehen von fälligen Forderungen eines Gläubigers nochmal mehr Geld kostet: Auch klar! Aber wie hoch dürfen die Kosten dafür sein?

Darauf liefert das Gesetz die Antwort. Es setzt einen engen Rahmen fest (siehe dazu hier eine Ausarbeitung der wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestags). Die Vergütung, die Inkassounternehmen mit Gläubigern vereinbaren, orientieren sich an den Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes, kurz RVG. Was das im Detail bedeutet, kann man für jede Forderung ganz einfach auf Euro und Cent genau nachrechnen, zum Beispiel mit dem Prozesskostenrechner vom Deutschen Anwaltverein.

Anhand dieser RVG-Tabellen ermittelt das Inkassounternehmen nun die in Ansatz gebrachte Gebühr.

Das ist gut für Gläubiger und Schuldner – sie können diese Gebühren so nämlich genau überprüfen. Maximale Transparenz für den fairen Forderungseinzug.

Da es hier um die Streitwertsätze des RVG geht, muss immer auch die jeweilige Forderungshöhe betrachtet werden. Und hier kommen wir zu einer Besonderheit. Der erste Gebührenschritt in der Tabelle setzt nämlich bei 500 Euro an. Das heißt: Ist die Forderung über eine relativ geringe Summe, sagen wir zum Beispiel 40 Euro, dann kann es passieren, dass die möglichen RVG-Gebühren die Summe der ursprünglichen Rechnung sogar übersteigen.

Sind die Kosten wirklich zu hoch?

Die Wahrheit ist: Sehr oft kommen Inkassounternehmen den Schuldnern entgegen und schöpfen den möglichen Gebührenrahmen eben NICHT voll aus. Inkasso hat hier nämlich einen Ermessensspielraum. Und den wenden die Firmen im Interesse der zahlungspflichtigen Verbraucher auch tatsächlich an!

Wir haben uns dazu über 800 zufällig ausgewählte Mahnschreiben unserer Mitgliedsunternehmen angeschaut.

Schauen Sie mal auf diese Grafik:

Hier haben wir ausgewertet, welcher Gebührensatz bei welcher Forderungshöhe angesetzt wurde. Interessant ist der Vergleich zwischen den blauen und den türkisen Balken. Wir haben nachgerechnet: Wie hoch sind die durchschnittlichen Inkassokosten bei allen betrachteten Forderungen? Und wie hoch sind sie bei Forderungen, die weniger als 100 Euro betragen (ihr Durchschnittswert liegt übrigens bei 45,19 Euro)?

Man kann hier klar erkennen: Bei geringwertigen Forderungen setzen die Inkassounternehmen die Kosten für deren Rechtsdurchsetzung auch niedriger an. Zur besseren Übersicht ist das in der Grafik unterteilt in vier Gruppen. Das heißt zum Beispiel, nur bei jeder zweiten Forderung berechnen die Inkassounternehmen bis zum Gebührenhöchstsatz (also größer als 1,0 bis 1,3 RVG).

Ganz anders dagegen bei Forderungen unter 100 Euro – in drei von vier Fällen kommen hier Gebührensätze UNTER der höchstmöglichen Berechnung zur Geltung. Bei jeder fünften Forderung unter 100 Euro verlangen sie sogar nur den niedrigst möglichen Satz.

Das zeigt: Inkassounternehmen nehmen ihre soziale Verantwortung ernst.

Faires Forderungsmanagement, das die Interessen von Gläubigern UND Schuldnern wahrt. Das ist der Anspruch, den die Mitglieder des BDIU an sich selbst haben – und den sie in der Praxis leben.