inkasso.de verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Kay Uwe Berg über Inkasso-Weiterbildung und die Chancen der Digitalisierung

Kay Uwe Berg über Inkasso-Weiterbildung und die Chancen der Digitalisierung

In einem aktuellen Interview mit dem Verlegermagazin »PRINT & more« skizziert BDIU-Hauptgeschäftsführer Kay Uwe Berg, welchen Trends sich das Forderungsmanagement 2018 stellt.

Für Ihre Mitgliedsunternehmen ist ab dem 25. Mai die neue Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) bindend. Sind deren Inhalte hinreichend kommuniziert?

KAY UWE BERG: Was den Bereich des Bundesdatenschutzgesetzes angeht, stehen die Änderungen schon seit längerer Zeit fest. Darüber hinaus gibt es in Deutschland mehr als 200 Einzelnormen in unterschiedlichen Gesetzesbereichen, die an die Erfordernisse dieser Verordnung angepasst werden müssen. Hier ist der Gesetzgebungsprozess immer noch nicht abgeschlossen.

Was geben Sie Mitgliedsunternehmen an die Hand, um Fallstricke bei der DS-GVO zu umgehen?

BERG: Als einer der ersten Verbände in Europa hat der BDIU schon Anfang 2017 einen Best-Practice-Guide zur Umsetzung der DS-GVO im Forderungsmanagement erstellt. Die Inhalte dieses Leitfadens werden seitdem kontinuierlichen Updates unterzogen, unser verbandsinterner Datenschutzausschuss leistet hier vorbildliche Arbeit. Außerdem engagieren wir uns mit unserem Europa-Dachverband FENCA bei der Entwicklung eines paneuropäischen Code of Conduct, der Datenschutzstandards im Forderungsmanagement für die ganze EU beschreiben wird. Darüber hinaus liefern wir Fact-Sheets zu Einzelfragen der Umsetzung und bieten mit der Deutschen Inkasso Akademie (DIA) ein umfangreiches Seminarprogramm, das übrigens noch weit über den Stichtag 25. Mai 2018 hinausreichen wird.

Ihr Verband legt einen Schwerpunkt auf Aus- und Weiterbildung. Welches sind die wichtigsten Themen der Inkassoakademie aktuell?

BERG: Neben den klassischen Skills im kaufmännischen und juristischen Bereich des Forderungseinzugs sind zunehmend kommunikative Fähigkeiten gefragt: Inkassomitarbeiter müssen auf die unterschiedlichsten Situationen und Menschen flexibel reagieren und schnelle Entscheidungen treffen können. Daher bietet die DIA dazu spezielle Seminare an, z.B. zum Umgang mit Schuldneranfragen im Telefon-Inkasso oder Workshops zum Konfliktmanagement.

Sie haben 2017 einen Bildungsbeirat ins Leben gerufen. Wo setzt dieses neue Gremium den Hebel an?

BERG: Im Bildungsbeirat beraten Inkassounternehmen den Verband und die Akademie darüber, welche Qualifizierungsanforderungen die Praxis hat. Zielt ist es, noch passgenauere Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen zu bieten. Das Forderungsmanagement ist eine Wachstumsbranche – die Entwicklung vorhandener und potenzieller Arbeitskräfte ist für die Unternehmen ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Ihrem Verband gehören 560 Unternehmen des Forderungsmanagements an. Welche Herausforderungen stellen sich für diejenigen unter Ihnen, die die Interessen von Verlagen vertreten?

BERG: Digitalisierung und die Tatsache, dass immer weniger Leser bereit sind, für ein Printprodukt Geld zu bezahlen, stellen für Verlage harte Herausforderungen dar. Die Fortsetzung dessen findet sich im Forderungsmanagement. Ansprüche gegenüber säumigen Zahlern, die z.B. einen Vertrag online eingegangenen sind, lassen sich wahrscheinlich am besten ebenfalls über digitale Kanäle erfüllen.

 

Aus einem Interview, erschienen am 18. Dezember 2017 in »PRINT & more«, Ausgabe 4/2017.