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Kirsten Pedd über Digitalisierung im Forderungsmanagement

Kirsten Pedd über Digitalisierung im Forderungsmanagement

Heute erscheint in der WELT ein Interview mit Kirsten Pedd, in dem die BDIU-Präsidentin dem Mittelstand empfiehlt, mit Inkassounternehmen zusammenzuarbeiten. Thema dabei ist auch die Digitalisierung der Geschäftsmodelle.

Welche Funktion übernehmen Inkassounternehmen als Teil der Wirtschaft und der Liquiditätssicherung?

KIRSTEN PEDD: Inkassounternehmen unterstützen unter anderem den Mittelstand beim Forderungsmanagement, also einem Bereich, der zwar nicht zu dessen Kernkompetenz gehört, der aber trotzdem für jedes Unternehmen überlebenswichtig ist. Dazu bieten wir als Branche ein ganzes Bündel an Services – von der Bonitätsbewertung und dem Debitorenmanagement über das Inkasso zahlungsgestörter Forderungen bis hin zum Kauf ganzer Forderungsportfolios. Und dies mit großem Erfolg: Pro Jahr führen alleine die Mitglieder des Bundesverbandes Deutscher Inkasso-Unternehmen mehr als fünf Milliarden Euro an Liquidität der Wirtschaft wieder zurück. Das ist Liquidität, die den Unternehmen sonst fehlen würde und durch höhere Preise für Produkte und Services letztlich von allen Kunden auszugleichen wäre.

Zunehmend wandert viel Geschäft ins Netz ab. Wie digital sind moderne Inkassodienstleistungen?

PEDD: Die Inkassodienstleistungen der Zukunft werden sich der stetigen Digitalisierung anpassen, denn es ist schwer vorstellbar, dass der Handel und Dienstleistungen digital werden und der wichtigste Support analog bleibt. Dabei geht es nicht nur um die Nutzung neuer Medien, sondern auch um künstliche Intelligenz. Diese Themen machen beim Inkasso nicht halt. Doch wir nehmen diese Veränderungen sehr ernst und gehen, da immer auch Persönlichkeitsrechte betroffen sein können, den Weg der Umsetzungen lieber langsamer und rechtskonform als zu schnell und stolpern dabei. Das sind außerordentlich spannende Herausforderungen. 

Aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass bei Zahlungsschwierigkeiten von Unternehmen oder Verbrauchern am Ende kein Chatbot hilft. Es müssen Menschen mit Menschen reden, um individuelle Lösungen zu finden. Maschinen entwickeln keine Empathie und kein Verständnis. Das wird die Digitalisierung nicht ersetzen können, wohl aber Abläufe vereinfachen.

Ihre Branche hat immer noch einen schlechten Ruf, nicht nur bei betroffenen Schuldnern ...

PEDD: Das ist mir durchaus bewusst, aber ich kann das nur bedingt nachvollziehen, denn Inkassodienstleistungen unterliegen strengen gesetzlichen Vorschriften. So brauchen die Unternehmen, die in unserer Branche tätig sind, zwingend eine behördliche Registrierung. Mitgliedsunternehmen unseres Verbandes haben sich zudem der Kontrolle durch den Verband unterworfen. Bei Problemen können sich Auftraggeber und Verbraucher an unsere Beschwerdestelle wenden, die schnell und unbürokratisch hilft.

 

Das Interview können Sie auch unter diesem Link nachlesen.