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Wenn Ärzte offene Rechnungen haben

Wenn Ärzte offene Rechnungen haben

»Wie funktioniert eigentlich das Forderungsmanagement im Medizinbereich?« Antworten liefert die aktuelle zfm. Kay Berg stellt in seinem Editorial die Themen des Heftes vor.
 

»Sind Sie gesetzlich oder privat krankenversichert?« Diese Frage bildet in Deutschland oft den Einstieg in ein Lamento über die angebliche Zweiklassenmedizin. Als Privatversicherter kommt man in der Regel schneller dran beim Arzt. Das ist aber auch der Fall beim Forderungsmanagement im Medizinbereich, denn bei privat Versicherten oder bei gesetzlich versicherten Patienten, die individuelle Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen, gilt: Schuldner ist man selbst und nicht die Krankenkasse.

Das Forderungsmanagement im Medizinbereich bietet daher für Inkasso- und Factoringunternehmen ein großes Umsatz- und Entwicklungspotenzial. Doch seien Sie vorsichtig, um das „Verletzungsrisiko“ möglichst klein zu halten: Kazemi erläutert in seinem Beitrag, dass der Gesundheitsmarkt durch eine Vielzahl gesetzlicher Bestimmungen reglementiert ist, die das Forderungsmanagement hier von dem normaler Branchen unterscheiden. Wer auf diesem Feld erfolgreich agieren will, der muss sich mit den speziellen (rechtlichen) Anforderungen dieses Marktes stellen.

Auch zu Risiken und Nebenwirkungen des europäischen Insolvenzrechts müssen Sie nicht unbedingt Ihren Arzt oder Apotheker fragen. Viel besser wäre es, wenn Sie den Beitrag von Vallender dazu lesen. Auf internationaler Ebene ist ein funktionierendes Insolvenzrecht die Voraussetzung dafür, dass multinationale Unternehmen und Unternehmensgruppen bei Vorliegen eines Insolvenzgrunds rasch und kostengünstig grenzüberschreitend entschuldet und saniert werden können. Im Juni 2017 wird daher die reformierte Europäische Insolvenzordnung in Kraft treten. Vallender sieht diese Medizin des europäischen Gesetzgebers nicht als wirkungsloses Placebo, sondern als wesentliche Erleichterung im grenzüberschreitenden Insolvenzverfahren.

Gülbay-Peischard und Meyer kommen im zweiten Teil ihres Beitrags zu den Informationspflichten im ersten Inanspruchnahmeschreiben durch Inkassounternehmen zu einer Diagnose, die, bitte verzeihen Sie mir die Schleichwerbung, im übertragenen Sinn Bepanthen auf der durch viele unberechtigte und überzogene Angriffe etwas wunden Seele vieler Inkassounternehmer sein dürfte.

Liebe Leserinnen, liebe Leser: Sie neigen dazu, anderen durch die Verwendung möglichst komplizierter Fachbegriffe zu signalisieren, dass Ihr Gegenüber es mit einem ganz besonders guten Akademiker zu tun hat? Und wundern sich dann darüber, dass so manch einem Berufsstand, insbesondere dem Juristen, Arroganz attestiert wird? Willkommen im Club, kann ich da nur sagen, mir ging es genauso, bis ich bei Schmuck in Therapie gegangen bin. Und keine Sorge, die von ihm angewendete Technik ist sehr unterhaltsam und lesenswert. Lachen ist ja bekanntlich noch immer die beste Medizin...

Die könnte Ihnen dann auch helfen, wenn Sie sich nach dem Interview mit Korschinowski mit Kopfschmerzen fragen, ob es in Zeiten von FinTechs überhaupt noch Sinn macht, einen Brief zu schreiben. Bis auf Weiteres können wir wohl diesen Zustand bereits hier lindern: auf die rein elektronische Kommunikation umzusteigen wäre jetzt noch verfrüht.

Und nein, ich wünsche Ihnen jetzt keine gute Besserung, sondern einen (hoffentlich) weiterhin schönen Sommer!

Ihr

Kay Uwe Berg, Rechtsanwalt und Leiter des wissenschaftlichen Beirats der zfm

Die Fachzeitschrift fürs Forderungsmanagement

Die »Zeitschrift für das Forderungsmanagement« – oder einfach nur kurz: die »zfm« – berichtet alle zwei Monate über aktuelle Entwicklungen in Gesetzgebung, Rechtsprechung und wissenschaftlicher Diskussion. Der Vorteil für BDIU-Mitglieder: Sie erhalten die Zeitschrift kostenlos direkt zugeschickt und sind so bestens über alle relevanten juristischen Neuigkeiten zu Inkasso und Forderungseinzug informiert.

Erhältlich ist die zfm beim ZAP Verlag, siehe:

https://www.zap-verlag.de/zfm