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Inkasso vor Ort

In seiner aktuellen Ausgabe begleitet das BDIU-Magazin „Die Inkassowirtschaft“ drei Inkassounternehmen bei ihren täglichen Aufgaben – und räumt dabei mit manchem Klischee über die Branche auf, die pro Jahr rund 5 Milliarden Euro aus unbeglichenen Rechnungen der Wirtschaft wieder zuführt.

Jeden Morgen werfen Claudia Wagener-Neef und ihre drei Mitarbeiterinnen im nordhessischen Frankenberg zunächst einen Blick auf die Posteingänge und in die Wiedervorlagen. Welche Fristen und Termine sind einzuhalten? Haben Schuldner die zugesagten Zahlungen auch tatsächlich geleistet? Neue Mandate werden geprüft, Akten angelegt und Vermerke zu laufenden Verfahren in der Inkasso-Software hinterlegt. 

Solche Routinen sind zwar aufwendig und arbeitsintensiv, aber zwingend erforderlich – und absolut typisch für die Arbeitsweise der rund 560 Inkassounternehmen, die alleine im BDIU organisiert sind. 

„Wir schauen uns jeden Auftrag und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Schuldner genau an und entwickeln aus den vorliegenden Tatsachen eine Bearbeitungsstrategie", beschreibt Claudia Wagener-Neef. Das Schreiben und Versenden von Mahnungen, das Aufsetzen von Vereinbarungen über Ratenzahlungen und Telefongespräche mit Schuldnern sind weitere Routinen, die jeden Tag anfallen. 

Ausdauersport im Auftrag der Gläubiger
Die Rechtsdienstleisterin, die mit ihrem Inkassounternehmen schon seit 1998 am Markt ist, setzt zudem auf Hartnäckigkeit. Bei etwa 40 Euro fangen die Forderungen, die sie und ihr Team bearbeiten, an. In der Spitze geht es schon einmal um bis zu einer halben Million Euro – das sind dann oft geplatzte Eigenheim-Finanzierungen. Manchmal zahlen die Schuldner, darunter sind sowohl Verbraucher als auch Unternehmen, schnell. Es gibt aber auch Fälle, die das Frankenberger Team seit Jahren oder notfalls über Jahrzehnte hinweg bearbeitet und bei denen sie regelmäßig nachhaken. „Als Ausdauersportlerin weiß ich, dass sich ein Ziel oftmals nur erreichen lässt, wenn man nicht aufgibt und dranbleibt“, sagt Wagener-Neef. 

In dem Magazin, das jetzt neu erschienen ist, erfahren die Leser, welches juristische Hintergrundwissen die Inkassodienstleister brauchen, um zum Beispiel die Pfändung eines Privatfahrzeugs zu beauftragen. Der Wilmersdorfer Inkassounternehmer Björn Wendler erzählt von der Schwierigkeit, eine Forderung in Höhe von 147,48 Euro für den Austausch eines Kunststoff-Siphons durch einen Berliner Handwerksbetrieb durchzusetzen, und erläutert, in welchen Fällen er Schuldner vor Ort besucht. Und Kurt Klütz aus dem im Rhein-Neckar-Kreis gelegenen Örtchen Neulußheim erklärt, wie überraschend schwer es ausgerechnet in den Zeiten von Online- und Handykommunikation geworden ist, die Zahlungspflichtigen zu erreichen.