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Bestellbetrug vereiteln: Wie man die Gauner erwischt und wie Verbraucher sich schützen können

Bestellbetrug vereiteln: Wie man die Gauner erwischt und wie Verbraucher sich schützen können

Berlin, 19. Oktober 2018 –

Genau 15.616 Mal musste die Berliner Polizei dazu im letzten Jahr ermitteln. „Bestellbetrug hat sich mittlerweile als Massendelikt etabliert“, berichtet Kriminalhauptkommissar Olaf Borries.

Schauspieler, Politiker, Prominente und Verbraucher werden Opfer der Betrüger. Oft bemerken sie den Schwindel erst, wenn Rechnungen oder Mahnungen ins Haus flattern – über Dinge, die sie nie bestellt haben.

Identitätsklau mit anschließendem Bestellbetrug. So nennt sich dieser Vorgang, wenn Schwindler im Netz die Identität eines anderen Kunden vorgeben – und hinter dieser Maske Güter im Wert von hunderten Millionen Euro ergaunern.

Wirtschaftlich geschädigt sind die Händler. Sie liefern Waren an vermeintliche Kunden – und erhalten dafür keine Gegenleistung.

Verbraucher, die Opfer von Bestellbetrug werden, sollten schnell reagieren. Kommissar Borries rät zur Anzeige: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass der Verweis auf eine bereits erstattete Strafanzeige für den Betroffenen oftmals hilfreich ist.“

Auch Händler und Inkassounternehmen sollten Betrugsopfer möglichst schnell über den Fall in Kenntnis setzen. Kay Berg vom Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen sagt: „Ich kann verstehen, dass das lästig ist, zumal die Opfer den ganzen Vorgang ja überhaupt nicht ausgelöst haben. Aber der Ärger, den man mit solchen Betrügereien hat, wird nur noch größer, je länger man mit einer Beschwerde wartet.“ Berg erklärt, wie die Inkassofirmen dann reagieren. Erhält das Unternehmen eine entsprechende Reklamation, wird es den Vorgang aus den normalen Bearbeitungsroutinen herausnehmen – und erneut prüfen. Dazu wird es in der Regel Rücksprache mit seinem Auftraggeber halten. Spätestens jetzt fliegt der Betrug auf, und der geschädigte Verbraucher ist den Ärger los.

Wirklich schützen kann man sich zwar nicht. Experten mahnen aber zur Datensparsamkeit. Die Betrüger recherchieren im Netz nach personenbezogenen Informationen. Auf Facebook, Instagram und anderen Portalen wird das Private öffentlich und verliert mancher die Kontrolle über das, was er über sich preisgeben möchte. Klarer Rat der Experten: „Die persönlichen Daten gehören nicht auf den Präsentierteller.“

Wie man Bestellbetrug erkennt, was die typischen Einfallstore der Gauner sind und welche Strategien Ermittlungsbehörden, Unternehmen und Inkassodienstleister zur Vereitelung der Straftaten haben, ist Thema in der aktuellen Ausgabe des Magazins »Inkassowirtschaft«. Mehr Informationen: www.inkassowirtschaft.de