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Datenschutzgrundverordnung: Der Trilog muss es jetzt klären

Datenschutzgrundverordnung: Der Trilog muss es jetzt klären

Berlin, 18. August 2015 –

In Brüssel haben nun die entscheidenden Trilog-Gespräche zur Europäischen Datenschutzgrundverordnung begonnen. Schwierig aus Sicht des Forderungsmanagements bleibt dabei nach wie vor insbesondere der Artikel 6 der geplanten Verordnung. Durch die sich hier findenden Formulierungen besteht leider weiterhin die Gefahr, dass mit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung ein völlig legitimes und legales Geschäftsmodell wie das Inkassogewerbe in Deutschland infrage gestellt, zumindest aber mit erheblicher Rechtsunsicherheit konfrontiert wird. Das Kernproblem: Es bleibt fraglich, ob die Datenweitergabe von Schuldnerinformationen eines Gläubigers an ein Inkassounternehmen auch unter dem Regime der europäischen Datenschutzgrundverordnung so möglich ist, wie es das heute auf Basis des Bundesdatenschutzgesetzes ganz alltäglich geschieht. Die FENCA erwartet nun komplizierte Verhandlungen zwischen Europäischem Rat, Europäischem Parlament und der Europäischen Kommission – also der sogenannte Trilog. Die dabei für die Inkassowirtschaft entscheidenden Verhandlungen sollen am 16/17. September sowie am 29./30. September stattfinden. 

Der Europäische Inkassoverband FENCA (Federation of European National Collection Associations) beobachtet und begleitet die Gespräche kritisch und wirbt für eine Lösung, die die bisherigen Geschäftsmodelle im Inkasso und Forderungsmanagement künftig weiterhin ermöglicht und gleichzeitig einen europaweit verbesserten Schutz personenbezogener Informationen zum Beispiel bei großen Internetunternehmen und im Social Media schafft. 

Die FENCA berichtet über den Fortgang der Gespräche regelmäßig in ihrem Newsletter. Weitere Themen im aktuellen FENCA-Newsletter, der jetzt erschienen ist, sind:

Rumänien: Der rumänische Inkassoverband AMCC hat seinen Code of Conduct überarbeitet und die Handlungsanweisungen an seine Mitglieder hinsichtlich Datenschutzbestimmungen sowie unerlaubten Einzugspraktiken deutlich verschärft. Damit will die Branche eine Selbstregulierung etablieren sowie die Qualitätsstandards im Inkasso verbessern. 

Polen: Piotr Badowski, FENCA-Schatzmeister und Präsident des polnischen Inkassoverbands PZW, erklärt im Interview, welche Herausforderungen die Branche in unserem östlichen Nachbarland zu bewältigen hat.

Israel: Seit August hat die FENCA ihr erstes Mitglied aus Israel. Isaac Eilat Law Offices wurde 1985 gegründet und bearbeitet nationale wie internationale Inkassofälle. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen die Nummer eins am israelischen Inkassomarkt. Im Interview stellt Isaac Eilat den israelischen Markt vor, wo Inkassounternehmen sehr häufig im Auftrag von Kommunen agieren. Isaac Eilat legt großen Wert auf ein seriöses und faires Inkasso. Die Mitarbeiter sind angewiesen, alle Maßnahmen mit großem Respekt für die Schuldner durchzuführen und freundliche und einvernehmliche Lösungen zu finden, damit der säumige Zahler seine Pflichten erfüllen kann. Eilat berichtet, dass er dafür schon zahlreiche Dankesbriefe von Schuldnern erhalten hat. »Wir haben herausgefunden, dass es die Inkasso-Erfolge keinesfalls schmälert, wenn man menschlich anständig mit Schuldnern kommuniziert, zumal die weiteren Rechtswege ja grundsätzlich offen stehen«, so der Inkassounternehmer. »Im Gegenteil: Dieses Vorgehen wird insbesondere von unseren großen Auftraggebern sehr geschätzt, denn im heutigen Wettbewerb kommt es darauf an, fällige Forderungen einzuziehen und dabei den säumigen Zahler weiterhin als Kunden zu behalten.«

www.fenca.eu