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Geschichte

Inkasso ist ein Wirtschaftszweig mit Tradition – die Ursprünge der Dienstleistung reichen zurück bis ins Jahr 1860. Der BDIU wurde 1956 gegründet. In den fast 60 Jahren seitdem haben sich  die rechtlichen Rahmenbedingungen für das Forderungsmanagement stetig verändert.

Die Vorläufer der Inkassodienstleistung reichen zurück bis ins Jahr 1860 – es waren die auch heute noch tätigen Auskunfteien. Einige dieser Unternehmen spezialisierten sich bald auf das geschäftsmäßige Einziehen von Forderungen. Seit mehr als 140 Jahren unterliegt die Inkassotätigkeit einem regen Wandel. Heute bündelt der BDIU die Interessen der Inkassodienstleister – erfolgreich seit fast 60 Jahren!

So entwickelte sich die Rechtsdienstleistung Inkasso:

Der Vorläufer der Inkassounternehmen: Die Auskunftei 
Am 1. April 1860 gründet der Stettiner Makler S. Salomon die erste Wirtschaftsauskunftei: „Erkundigungsbüro zur Wahrung kaufmännischer Interessen für Stettin und die Provinz Pommern".

Informationen für Kreditsicherheit
Nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 boomt die Wirtschaft. Zur Absicherung des daraus entstehenden Kreditbedarfs entstehen weitere Auskunfteien. 

Beispiele:
1872 „Auskunfts- und Kontrollbureau über geschäftliche, insbesondere Kreditverhältnisse”, gegründet von dem Hersfelder Advokaten- und Bürgersohn Schimmelpfeng: 

Beispiele für noch heute tätige Unternehmen und Organisationen: 
1879 Creditreform 
1885 Bürgel.

Spezialisierung auf überfällige Forderungen
Die wachsende Wirtschaft führt zu Zahlungsverzögerungen und -ausfällen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts treten die ersten Inkassodienstleister auf den Markt, die sich auf den Einzug von überfälligen Forderungen spezialisieren. Diese Spezialisierung entspricht einem weit verbreiteten Trend: Die Arbeitsteilung und Industrialisierung verlangen auf bestimmte Bedarfe zugeschnittene Dienstleistungen. 

Inkasso wird Rechtsberatung
In den 1920er-Jahren spezialisieren sich Inkassounternehmen zunehmend auf den Einzug ausgeklagter, titulierter Forderungen. Rechtlich fällt die Inkassodienstleistung zunächst § 35 der Gewerbeordnung des Deutschen Reiches zu.
Das sogenannte Rechtsberatungsmissbrauchsgesetz vom 13. Dezember 1935 erfasst Inkasso allgemein als Rechtsberatung und stellt es unter einen Erlaubniszwang.

1956: Die Gründung des BDIU
Der wirtschaftliche Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg führt zu einer weiteren Belebung der Inkassobranche, deren Bedeutung für den Wirtschaftskreislauf stetig wächst. Zur schlagkräftigen Vertretung ihrer Interessen gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit wird 1956 der „Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen und Auskunfteien e.V.“  gegründet – die Geburtsstunde des BDIU. 

1958: Die rechtliche Anerkennung von Inkassounternehmen
1958 folgt die rechtliche Anerkennung des Berufsstandes: Im Rahmen des Rechtsberatungsmissbrauchsgesetzes kodifiziert der Gesetzgeber die Tätigkeit von Inkassounternehmen.

Ob Wirtschaftswunder oder Rezession:
Inkassounternehmen sichern die Liquidität der Wirtschaft

Im deutschen Wirtschaftswunder sichern Inkassodienstleister die Liquidität der Unternehmen. Als in den 1960er-Jahren die Bundesrepbulik erstmals in eine Rezession rutscht, gewinnt die Dienstleistung weiter an Bedeutung. Denn das Zahlungsverhalten der Schuldner verschlechtert sich, kaufmännische Mahnverfahren zeigen oft nicht mehr die erwünschte Wirkung. Die gerichtliche Titulierung von Forderungen ist zeit- und kostenintensiv und daran anschließende herkömmliche Zwangsvollstreckungsmaßnahmen bleiben oft erfolglos. Vorgerichtliche Inkassodienste versprechen jetzt eine kostengünstige Alternative, daneben gewinnen klassische Wirtschaftsinformationen als präventives Instrument gegen Zahlungsausfälle an Bedeutung. 

Ab 1966: Konzentration auf die Inkassowirtschaft
Das führt 1966 zu einer Konzentration des Verbandes auf die Interessen der Inkassowirtschaft und zur Umbenennung in die heutige Bezeichnung „Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V.“. Das Dienstleistungsspektrum der Inkassounternehmen verlagert sich schwerpunktmäßig von der Einziehung titulierter Forderungen zur Einziehung kaufmännisch bereits ausgemahnter, aber noch nicht titulierter Forderungen. Trotz der Umbenennung behält der BDIU weiterhin auch die Interessen der Auskunfteien im Blick.

Ab 1980: Inkasso nur noch außergerichtlich
1980 verändert sich die rechtliche Lage für Inkassounternehmen: Der Rechtsbeistand alten Rechts, dem im Umfang seiner Erlaubnis auch die Vertretungsbefugnis vor Gerichten erlaubt werden konnte, wird abgeschafft. Ab jetzt darf Inkassounternehmen nur noch die Erlaubnis zur außergerichtlichen Einziehung erteilt werden. Gleichzeitig wird bestimmt, dass das anwaltliche Gebührenrecht für diese neuen Inkassounternehmen ausdrücklich nicht gilt.

Das neue Rechtsdienstleistungsgesetz
2013 kommt das „Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken“. Verbraucher sollten damit vor Missbrauch geschützt werden. Im Zuge dessen kam es auch zu Neuformulierungen im Rechtsdienstleistungsgesetz. Diese regeln klar: Die Kosten für außergerichtliche Inkassodienstleistungen sind bis zur Höhe der einem Rechtsanwalt nach den Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes zustehenden Vergütung erstattungsfähig. Außerdem müssen Inkassodienstleister von nun an klar definierte Darlegungs- und Informationspflichten erfüllen. 

Der Vorteil: Inkassounternehmern können sich bei der Erstattungsfähigkeit von vorgerichtlichen Inkassokosten gegenüber Verbrauchern nun direkt auf ein Gesetz beziehen. Das neuformulierte Rechtsdienstleistungsgesetz ist ein Fortschritt hin zu mehr Transparenz für Inkassounternehmen sowie für deren Auftraggeber und die Verbraucher. 

Heute: Inkassounternehmen als Berater für Unternehmen und Organisationen.
Heute bieten Inkassodienstleister oft nicht nur den Einzug zahlungsgestörter Forderungen, sondern verstehen sich als Partner der Wirtschaftsunternehmen. Sie leisten Hilfestellung, um Zahlungsausfälle zu verhindern. Die Präventionsmaßnahmen reichen von der Bereitstellung von Informationen über Scoringverfahren bis hin zur individuellen Beratung.